Verölte Blende

Eine verölte Blende erkennt man meist daran, dass sich beim Bewegen des Blendenrings nichts verändert, wenn man in das Objektiv hineinschaut. Normalerweise müssten sich ja beim Abblenden auf hohe Blendenwerte die Lamellen zu einer kleineren Öffnung zusammenschieben. Falls dies nur verzögert geschieht oder gar keine Bewegung der Blendenlamellen feststellbar ist, ist die Blende in der Regel verölt.

Eine Blendenreingiung ist dann notwendig.

Falls so, wie im nebenstehenden Bild zu sehen, dann auch noch einzelne Blendenlamellen verschoben oder gar ausgehängt sind, muss man leider das gesamte Blendenregister auseinanderbauen, reinigen und wieder ineinanderbauen.

Wenn das Blendenregister erreicht ist, schließe ich die Blendenlamellen und versuche diese einzeln und sehr vorsichtig mit einem Aceton- bzw. Waschbenzin-getränkten Wattestäbchen zu reinigen. Diesen Vorgang muss man sicher mehrfach wiederholen, danach die Blende öffnen und schließen und die Reinigungen jeweils mit einem neuen Stäbchen wiederholen. So schiebt sich nach und nach das vorhandene Öl unter den Lamellen hervor und kann entfernt werden. Wenn die Blende hierdurch nach und nach vom Öl befreit wird (keine sichtbaren Rückstände mehr), dann sollte sie auch wieder gängig sein. Ansonsten den Reinigungsvorgang nochmals wiederholen und ggf. auch zwischendurch mit trocknem Wattestäbchen von überschüssigem Lösungsmittel befreien. Ist sie sauber und wieder gängig, sollte überschüssiges Lösungsmittel erst verdunstet sein, bevor man alles wieder zusammenbaut. Gegebenenfalls einfach einen Tag Pause machen, auf Gängigkeit prüfen und zusammenbauen - oder nochmal reinigen.

Bei diesem Vorgang sollte man übrigens darauf achten das keine Rückstände auf die darunterliegende Glaslinse tropfen. Falls dies doch passieren sollte, muss man sie ebenfalls reinigen. Es nützt ja wenig wenn die Blende wieder funktionsfähig ist, die darunterliegende Linse aber durch Rückstände verschmiert wurde.

Nach dem Zusammenbau aller Komponenten sollten Sie sich dann an Ihrem Objektiv mit nun wieder gut funktionierender Blende erfreuen können...viel Erfolg dabei!

Und was ist, wenn die Linse Kratzer hat? - Schauen Sie einfach mal hier...
Das wird Sie sicher erstaunen.

Eine Reinigung ist je nach Objektiv allerdings auch nicht ganz so einfach, da man die Blende ja zunächst erreichen und dann  zugänglich machen muss. Dabei sind also Linsen und ggf. Blendenhebel, Ringe, Schrauben etc. zu entfernen, um an die Blendenlamellen zu gelangen.  Mit etwas Glück reicht es aus, wenn man die Blendenlamellen komplett in der Blendenfassung belassen kann und dort reinigt, ohne das gesamte Register zerlegen zu müssen.

Ist dieses aber doch notwendig, sollte man sich beim Ausbau die Stellung der einzelnen Lamellen zueinander einprägen. Machen Sie wieder Fotos von jedem Schritt. Das könnte später sehr hilfreich sein. Denn so müssen sie ja nachher auch wieder zusammen passen. Zugegeben das ist manchmal etwas "fummelig", aber nach mehreren Versuchen gelingt es dann meist.

Um an die Blende heranzukommen, entferne ich zunächst die einzelnen Komponenten (Linsen etc.) meist vom hinteren Teil des Objektivs aus (Beschreibung siehe "Linsenreinigung").

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